Osho – Guru der Herzen

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Osho, wie man ihn kennt! Superschlagfertig und einfach treffend! Untertitel kann man auf deutsch aktivieren! Viel Spass damit, Schmunzeln garantiert!

Krishnacore – Shelter – Eternal (Musik)

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I’m bringing my baggage here from another time.
My personality follows me around.
Well problems, they don’t go away.
They stay until they I look them in the face.
If I don’t face them they grind me into the ground again.

I know that this fear – it isn’t real.
Its created in the mind.
I know that this flesh isn’t the same
– it just changes over time. Eternal

My body’s born it grows it dies I just observe.
My attachments make life seem like a roller coaster ride.
Life’s filled with lessons will I pass?
If not I’ll wear another mask
and take some birth, assign some worth to my so-called self again.

And I’ll never not exist. I can’t get too attached.
I know I’m just a passenger

Die „heilende Präsenz“ des Meisters/Guru/Sheikh

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Im Osten ist es ziemlich verbreitet, dass der Guru fast schon „vergöttert“ wird. Gerade in Indien macht man keinen Hehl daraus, sich einfach Menschen rauszupicken, und sie zu vergöttlichen. Oder man schnappt sich einfach Leute aus anderen Traditionen (wie Buddha) und führt sie in sein eigenes Götterpantheon ein (so gilt im Hinduismus Buddha als Inkarnation von Krishna). Selbst Mahatma Gandhi zählt heute schon als „Gottheit“.

Nach diesem Schema verläuft dies auch in den persönlichen spirituellen Beziehungen zwischen „Meister“ und „Schüler“. So gilt, im Sufismus oder in anderen Bereichen, der Meister als „Tor zu Gott“. Manche Menschen aus der indischen Tradition (ich nenne mal keine Namen) tuckern durch die Gegend und beglücken die Menschen ausschließlich mit ihrer „heilenden Präsenz“ und verteilen ihren „Segen“.

Doch was ist die Wahrheit hinter diesem Phänomen? Baboji deckt auf:

Es gibt überhaupt keine „heilende Präsenz“ eines Meisters. Weder gibt es da „Energiepakete“ die man verteilen kann, noch kann man mit einem Blick 100 Menschen heilen. Solche „Gurus“ werden total überschätzt und verkannt. Auch kann ein Meister oder Sheikh niemals „Gottes Segen“ verteilen. Das ist Unsinn, denn wie der Name es schon deutlich sagt: „Gottes Segen“ ist eben ein Segen von Gott und nicht von Ali oder von Guruji XY. Dieser „Segen“ wird keinem einzigen Menschen vorenthalten. Es ist nicht notwendig, nach Indien zu fahren, um dort meisterhafte Unterweisungen zu erhalten. Das ist ein Mythos – ein sehr hartnäckiger. So wie es auch im Sufismus heißt, dass ohne einen „Meister“ überhaupt nicht gehen würde. Man kann also, nach deren Logik, ohne einen Meister nicht zu Gott finden.

Aber was interessiert sich Gott für einen Meister? Der Meister ist ja schon da – im Herzen. Man brauch noch nicht einmal vor die Tür zu gehen, um in einer „heilenden Präsenz“ zu verweilen. Warum? Weil man SELBST diese Präsenz ist! „Gott ist näher als die Halsschlagader“ wie es im Koran heißt.

Doch natürlich spricht nichts dagegen, wenn man diese Meister-Schüler Beziehung freiwillig eingeht. Doch sollte man sich dann darüber im Klaren sein, dass diese Beziehung nichts mit der ursprünglichen Beziehung zu tun hat und sie auch nicht zwingend hervorrufen wird.

Einzig und allein der Zen Buddhismus hat die Rolle des Meisters richtig eingeschätzt.

Diese Meister kann man auch durchaus „Meister“ nennen, da sie genau verstanden haben, was ein Meister ist – er ist einfach ein Meister, weil er ein Meister ist. Der Schüler ist einfach ein Schüler, weil er ein Schüler ist – nichts von heilig. Der Zen Mönch Ikkyu erlangte die Erleuchtung bei einem Krähen eines Raben. War nun der Rabe Ikkyu´s Meister? Nein, da gibt es keinen Meister in der objekthaften Welt, sei es nun der Guru, der Rabe, oder der Stock den man über die Rübe bekommt wenn man einnickt bei der Meditation.

Denn es gibt stets nur einen wahren Meister, einen wahren Guru, doch wenn man diesen trifft, dann gibt es auch keinen Schüler mehr und keinen, der mit diesem Meister in Beziehung treten kann. Darum ist alles andere nur Theater, ein reines Possenspiel.

Du (als Bewusstsein selbst) hast schon vor deiner physischen Geburt (die eine Illusion ist) festgelegt, ob du deinen wahren Meister findest, ob du einen Meister spielst oder ob du einen Schüler spielst. Vielleicht gar nichts davon. Vielleicht bist du auch einer, der an seinem Motorrad herum schraubt und abends in die Kneipe geht (dort, wo der Buddha sitzt). Egal wo du auch hingehst und egal, für wen oder was du dich hältst – es tut überhaupt nichts zur Sache. Weder kann man Gott etwas wegnehmen, noch ihm etwas hinzufügen. Die Sache ist rund wie ein Kreis. Und ob man in der Gosse liegt oder auf dem „heiligen Stuhl“ sitzt – nichts davon ändert die Natur, nichts davon ist heiliger als etwas anderes.

Alles andere ist Dogmatik und Systematik und kann nur existieren, wenn man Trennstriche zieht. Doch wie ein gezogener Strich im Sand, werden diese ganzen Lehren und System, die auf Trennung basieren und die Einheit leugnen, weggewischt werden. Der „Strich im Sand“ wird vom „Meer Gottes“ weggeschwemmt. Doch kann man wirklich behaupten, dass das Meer den Strich weggenommen hat? So wie man einen Würfel vom Würfeltisch nimmt? Nein, denn dieser Strich war kein „Objekt an sich“, eine Entität die Wirkung zeigen kann, außer man akzeptiert dies, ohne Vorbehalte. Das ist Baboji´s Gleichnis. Das ist Radikale Erleuchtung: alle Lehren sind nur wie „Striche im Sand“.

Man kann diese Begrenzungen akzeptieren oder auch nicht. Ein Strich wird breiter sein, ein anderer länger. Einer wird im Osten gezogen und einer im Westen. Doch wenn die „große Sintflut“ kommt (das Erwachen zum Allbewustsein), dann sind diese Striche absolut irrelevant. Man zeichnet sie nur noch in den Sand, um sich darüber zu unterhalten und um etwas darzustellen. Man kann für immer schweigen, oder einfach weiter reden. Ob ich hier noch ein paar Jahre auf diesem Blog weiterquassele oder „das Maul gestopft bekomme“ liegt nicht bei mir. Jeder Tag kann der letzte sein. Heute kerngesund – morgen tot. Heute ein Meister – morgen in der Jauchegrube. Heute ein Schüler – morgen ein Meister. Wie es auch kommt – du bleibst immer du!

Das Guru Geschäft und Radikale Erleuchtung

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Radikale Erleuchtung hebelt das Bestreben, ein „besonderes Individuum“ zu sein, vollkommen aus. Darum gibt es hier auch keine Guru Mentalität, es gibt keinen „inneren Kreise“, keine Gemeinschaft und keinen Verein.

Ich kann mich noch an eine Frage erinnern, die man Karl Renz stellte. Und zwar ging es darum, dass der Guru Mooji, die Menschen vor Karl Renz warnte – sie sollten nicht zu ihm gehen. Man stellte nun Karl Renz die Frage, was er davon hielte? Und er sagte (sinngemäß): „Dieser Mooji muss dies tun, er muss vor mir warnen, da er ein Guru ist. Er möchte Leute um sich scharren. Ich möchte dies nicht…“

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Und das ist eine wunderbare Erklärung dafür, wie das ganze „Guru Ding“ läuft: Der Guru möchte Leute um sich scharren, möchte Schüler und Devotees generieren und diese, möglichst lebenslang, an sich binden. Da sich dies aber so verhält, bleibt man immer in dieser dualistischen Sackgasse stecken – auf der einen Seite der wissende Guru und auf der anderen Seite der unwissende Schüler. Dieses Verhältnis wird sich nicht auflösen, da es nicht im Interesse des Gurus liegt – somit wird der Schüler aber auch nie den „gewissen Punkt“ überschreiten, den man aber überschreiten muss, um überhaupt mal von so etwas wie „Erleuchtung“ sprechen zu können. So haben wir also einen, in diesem Falle Mooji, der sich die Erleuchtung pachtet und sie verwahrt wie einen kleinen Schatz. Die Schüler und Anhänger bekommen immer wieder ein paar kleine Happen präsentiert, eine Technik hier, ein neues Mantra dort…und eigentlich kommt es ja „nur auf die Präsenz“ an, also kann man auch einfach nur dort sitzen…vor dem erhabenen Guru…jahrelang, jahrzehntelang, und sich in seiner „göttlichen Aura“ baden, ohne auch nur einen einzigen Schritt nach vorne zu gehen. Dies, meine Damen und Herren, nennt man in Fachkreisen auch „das Guru Geschäft“.

Und man muss sich darüber im Klaren sein, dass fast jeder Lehrer/Autor in dieser spirituellen Schiene, diese Guru Schiene bedient, oder zumindest bedienen möchte. Vor allem die einschlägig bekannten Figuren. Da geht es nicht um „Befreiung“, sondern es geht vielmehr um Bindung – buche einen Workshop, besuche mein Intensivseminar, fahre mit mir nach Indien in Urlaub…kostet auch nur ein paar tausend Euro! Von einer „Einfachheit“ ist natürlich bei diesen Leuten auch nichts zu spüren – ich weiß ganz genau, dass es manche davon gibt, die nur in den besten Hotels der Stadt zu finden sind und auch nur die besten Restaurants besuchen. Ich weiß dies so genau, da ich einmal eingeladen wurde, mit einem „weltbekannten Guru“ (den Namen werde ich aber nicht nennen, um diesem nicht absichtlich zu schaden), zu speisen und eine Unternehmung zu machen. Dabei reden wir aber nicht von dem Essen einer Banane und ein paar Nüssen und einem Picknick. Ich lehnte das Angebot ab.

Darum möchte ich auch an dieser Stelle ein Wort an die „Marketingexperten“ richten, die mich „managen“ wollen: Ihr braucht mir keine Mails mehr zu schicken – ich habe selbst, Teilbereich „Marketing“ studiert – mit erfolgreichem Diplom. Dieser Blog und meine Bücher müssen nicht vermarktet werden, da ich dies überhaupt nicht möchte. Wenn ich es so wollte, dann wüsste ich genau, wie ich dies anzustellen hätte. Ich hätte auch die „gewissen Beziehungen“, die es mir ermöglichen würden, direkt „mitzumischen“ unter den „Top Gurus“. Denn wie gesagt, mit manchen „Stars der Szene“ stehe oder stand ich in einem persönlichem Kontakt, der über einfache Mails herausgeht. Dies dazu. Die Verbindungen, die ihr Marketingexperten mir unterbreiten wollt, bestehen bereits. Aber ich nutze sie nicht – aus dem ganz einfachen Grund, da ich kein Teil dieses „Guru Geschäfts“ sein will. Dies überlasse ich anderen.

Ich schleppe Möbel durch die Gegend, und mache dreckige Häuser wieder bewohnbar. Das ist mein „Geschäft“. Einfach aber ehrlich. Ich bin ein Tagelöhner, nichts weiter. Nebenbei führe ich einen Blog und schreibe hier und da mal ein Buch. Alles was ich schreibe ist authentisch und beruht auf eigener Erfahrung. Ich belüge keinen. Ich vermarkte mich nicht. Ich bin nichts besonderes. Das, was ich zu geben habe, gehört nicht mir. Alles Lob und alle Ehre gebühren Gott!

Und eines ist ganz sicher: Diese Guru´s handeln, um Geld zu generieren. Ganz einfach, weil sie Materialisten sind, nichts weiter. Sie denken, dass sie Geld benötigten, um zu Überleben (und ihnen „steht es ja zu“ im Überfluss zu leben, da sie „so viel zu geben haben“).

Radikale Erleuchtung zerstört jeden Materialismus. Es liegt einfach keine „Befreiung“ vor, wenn man große Sprüche klopft, aber im Hauptfokus immer das Geld liegt, dass „man benötigt“. Befreiung liegt vor, wenn erkannt wird, dass nichts auf der Welt die Macht hat, dich zu versorgen, außer Bewusstsein selbst. Nur Gott gibt und nur Gott nimmt. Wir alle überleben hier nicht aufgrund von Geld, sondern weil Gott uns überleben lässt. Und wenn Er entscheidet, uns nicht mehr zu ernähren und wir sterben, dann sind wir immer noch. Da wir niemals diejenigen gewesen sind, die des Geldes bedurften. Wir unterlagen einfach einem gewaltigen Irrtum. Ohne diesen Irrtum gäbe es kein „Guru Geschäft“. Radikale Erleuchtung räumt diesen Irrtum aus. Mehr nicht.

Es gibt nur (einen) Gott

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Dies ist die Schlussfolgerung der Monotheisten. Aber, in gewissem Sinne, auch von den Mystikern und den Advaitins. Wo liegt der Unterschied?

Der Monotheist, oder auch die Dogmatiker formulieren diesen Satz mit der Betonung auf „einen Gott“. Dies bedeutet, im Klartext, dass es nur einen Gott gibt, der angebetet werden soll/darf, doch darüber hinaus gibt es eben auch den Menschen, der diesen einen Gott anbeten soll/darf. Dies ist Dualismus.

Die Mystiker oder Advaitins stimmen diesem Dualismus zu, obwohl sie Non-Dualisten sind, da sie wissen, dass es für eine bestimmte „Stufe“ der Entwicklung von Vorteil ist, diesen Dualismus anzunehmen und sich nach ihm zu richten, inklusive der Regeln, Gebote und Verbote. Doch, von der Liebe getrieben, gehen sie weiter…

Und hier beginnt es, für den Dogmatiker verwerflich zu werden – denn für sie bedeutet dieses Weitergehen, eine „Erneuerung in der Religion“ oder schlicht das „Entfernen vom reinen Gottesglauben“. Dies ist verständlich, denn der Verstand, der mit einem Dualismus arbeitet, kann eine nondualistische Sicht nicht verstehen bzw. interpretiert er sie falsch.

Doch wie sieht nun diese „verwerfliche Sichtweise“ aus?

Sie besteht in der Formulierung: Es gibt nur (einen) Gott, mit der Betonung auf „Gott“ und das Beiwort „einen“ wird in Klammern gesetzt. Dies ist die mystische und nonduale Sichtweise. Doch der Dogmatiker meint nun, dass dies ein Abfall wäre, hin in Richtung „Pantheismus“ oder einfach nur Spinnerei. Er meint dann beispielsweise: „Schaut mal, dieser Sufi erzählt, dass alles Gott sei, also ist auch dieser Stein Gott“.

Wie gesagt, hier ist der Spielraum für Fehlinterpretation sehr groß, und diese (Stein=Gott) ist eine davon. Denn „dass es nur Gott gibt“, bedeutet nicht, dass jedes Objekt, dass innerhalb von Gott erscheint, auch Gott IST. Es ist eben ein Objekt, dass in Gott erscheint, mehr nicht. So ist auch die Behauptung, die manchmal aus Sufi Kreisen oder esoterischen Zirkeln hervorkommt, die da lautet: „Ich bin Gott“ – falsch. Denn ein erscheinendes Objekt innerhalb von Gott/Bewusstsein, kann nicht Gott sein (siehe vorhergehenden Artikel: Ist Jesus Gott?). Diese Aussage „Ich bin Gott“, macht nur in einem bestimmten Kontext Sinn, wie etwa dem tantrischen Kontext (siehe mein Buch „Tantra Motivation“)

Dies führt dann aber letztendlich zu der Frage, wenn „es nur Gott gibt“, was bin „ich“ dann?

Dies beschrieb ich in meinem Buch „Radikale Erleuchtung 2“ und nannte es „Sempiternal/Unendlichkeit“, was synonym mit Gott/Selbst/Bewusstsein steht. Und hier wird es natürlich vertrackt und schwer verständlich. Ich versuchte es in dem erwähnten Buch sehr einfach darzustellen, in dem einfachsten Schemata, dass mir „einfiel“. Aber ich durfte erfahren, dass auch hier noch Verständnisschwierigkeiten aufkommen. Aber keine Bange – dies ist normal. Denn wenn wir über solche Sachen reden, müssen wir uns im Klaren sein, dass es hier um Bereiche geht, die nicht mehr innerhalb der Verstandesebene, des reinen Intellekts, liegen. Man muss diese Sachen also auf sich wirken lassen, muss sie durchdenken, aber vielmehr muss man sie in die Meditation mitnehmen, darüber Kontemplation betreiben.

Dies ist aber leider genau das, was der Dogmatiker vermeidet. Dann heißt es z.B.: „Meditation ist im Islam verboten“. Aber dies ist, gelinde gesagt, Unsinn. Denn natürlich steht nicht im Koran, dass man meditieren soll – Meditation wird überhaupt nicht erwähnt. Doch was tat der Prophet denn tagelang, wochenlang in seiner Höhle, bevor er seine Offenbarung erhielt? Was macht man wohl in eine dunklen Höhle, in der man sich aufhält? Bastelt man etwas? Oder schreibt man Gedichte, liest man Bücher? (anbei: der Prophet war ja bekanntlicherweise Analphabet, er konnte weder lesen, noch schreiben). Die Antwort ist eigentlich klar – er meditierte, wie jeder Mann damals, der sich in eine Höhle zurückgezogen hat. Auch heute noch ist klar, wer sich für einen längeren Zeitraum in eine Höhle begibt, der meditiert. Und wir sprechen hier von Meditation, in seiner ursprünglichen Form: Einfach nur sitzen. Gewiss hat er keine „buddhistische Meditation“ oder ähnliches gemacht. Das war auch gar nicht nötig. Und sollte man nicht die Handlungen des Propheten zu seinem Vorbild machen?

Krass formuliert, wird von den Dogmatikern einfach eine „Tür verschlossen“. Was nicht schwarz auf weiß niedergeschrieben ist, „gibt es einfach nicht“. Trotz all der Vorteile dieser Gesetzestreue, gibt es Menschen, die weiter schreiten wollen, da „die Gottesliebe“ dies an einem gewissen Punkt einfordert (wohlgemerkt, nicht „muss“) Dies ist ein uralter Konflikt, der sich fast in jeder religiösen Richtung finden lässt. Und die Erfahrung und die Geschichte lehrt, dass man da leider gar keine Brücke schlagen kann. Und hier ist die Erklärung dafür: Die dualistische Sicht kann die nondualistische Sicht nicht integrieren. Die nondualistische Sicht kann die dualistische Sicht integrieren.

Darum finden wir auf der einen Seite, die scharfe Ablehnung und Verurteilung, auf der anderen Seite, die Integration und Akzeptanz, die jedoch niemals zu einem Dogma verkommt. Dies ist aber auch genau das, was in jedem Sucher oder religiösem Menschen als innerer Konflikt abläuft: Das Schwanken, zwischen Gesetz und Liebe, zwischen Dogma und Mystik. Dieses „hin und her“ bedeutet, dass man zwar offen für die nondualistische Sicht geworden ist, sie aber noch nicht im vollem Umfang erworben hat. So teilt man manchmal die eine, ein anderes mal die andere Ansicht. Man ist an einem Tag Dogmatiker, am anderen Tag Mystiker – und auch das ist normal. Dieses Spiel kann sich auch über eine sehr lange Zeit erstrecken. Nur Gott weiß, wie lange er dieses Spiel mit einem treibt. Doch letztendlich, wenn es „durch ist“, dann passiert der Wechsel, und man erwirbt „das zweite Gesicht“ oder auch „das ursprüngliche Gesicht vor seiner Geburt“. Dann lebt man diese nonduale Sichtweise und man integriert den Dualismus, so dass es keine „Feindschaft“ mehr geben kann. Man „hält die linke und die rechte Backe“ hin, in dem inneren Wissen, dass es Gott ist, der diese Erscheinungen wahr werden ließ. Und was Gott nicht erschaffen hat, das ist nicht. Aber gibt es Streit, Zwist und harte Worte? Ja, die gibt es. Es liegt aber an uns, diese aufzulösen, zu beschwichtigen, zu akzeptieren. Darum heißt es ja auch, nach dem Koran: „Ihr habt eure Religion, wir haben unsere“. Es gibt keine zwei gleiche Sichtweisen, es gibt immer nur Annäherungen. Darum können wir uns unterhalten, wir können uns austauschen, uns gegenseitig inspirieren. Wenn wir aber hingehen und dies übertreiben, hin zu Missionierung, Sanktionierung und Verurteilung, dann schaden wir uns nur, und kämpfen sprichwörtlich gegen „Windmühlen“, da wir, im nondualen Sinne, nicht gegen die „Ungläubigen“ anreden, sondern gegen uns selbst.

Heilung von Trennungsschmerz

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Diese Welt, in der wir leben, enthält viele Erfahrungen – beglückende, wie auch enttäuschende und schmerzvolle. Eine sehr schmerzvolle Erfahrung ist die Trennung einer Liebesbeziehung. Sie verursacht oft heftige Krisen, unser Selbstwertgefühl geht gegen Null und wir wünschen uns nur noch eines: unsere Liebe zurück, so dass der Schmerz aufhören möge.

Menschen mit einer spirituellen Ausrichtung sind davon umso heftiger betroffen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass manche Menschen nach einer Trennung schon am selben Tag mit einem anderen Partner ins Bett hüpfen, so, als ob überhaupt gar nichts passiert wäre. Dies ist, im Falle eines spirituellen Menschen, undenkbar. Er leidet – und dies meist sehr lange. Doch warum? Hier ist eine Erklärung für dieses Phänomen, welches eben spiritueller Natur ist (wenn es dahingehend erkannt wird):

Diejenigen, die sich auf den Weg begeben, werden unterstützt. Man nenne es „höheres Selbst“, „Engel“, „verborgene Meister“ oder einfach „Gott“. Es ist eine Hilfe aus der nicht-physischen Dimension. Doch wozu dient diese Hilfe? Sie dient dazu, das Ziel aller spirituellen Sucher (auch wenn es Ihnen nicht präsent ist) zu unterstützen, nämlich das Einswerden, das Nachhausekommen, die Verschmelzung mit Gott, die Realisierung des Selbst. Darum geht es im Endeffekt. Doch bevor dies passieren kann, muss zuvor eines erfahren werden: die schmerzvolle Erfahrung der Trennung (von Gott).

Denn was wir hier alle versuchen auf dieser Erde, ist eine Sublimierung der Gottesliebe, hin zu einer objekthaften Liebesbeziehung. Uns ist dies aber meist nicht bewusst. Die Meisten werden in ihrem gesamten Leben nicht den blassesten Schimmer von dieser Dimension besitzen. Und doch weiß es der spirituelle Mensch in seinem Inneren, auch wenn es noch verdeckt zu sein scheint. Und gerade diesen spirituellen Menschen wird ein intensiver und heftiger Trennungsschmerz geschenkt (denn letztendlich ist es ein Geschenk, eine Gnadengabe), der oft Jahre (!) beanspruchen kann. Für den „Normalo“ ist so etwas undenkbar – dieser kann diesen Schmerz, der es sich im Inneren der betroffenen Person bequem gemacht hat, nicht nachvollziehen. Denn er ließ es nie soweit kommen, dass der Schmerz ihn ganz eingenommen hätte. Und dies ist verständlich. Es ist ein reiner Schutzmechanismus, so nach dem Motto: „Will ich nicht, ist unangenehm, also weg damit!“. Und dies geht über Ablenkung, Drogenkonsum oder eben die direkte Neuaufnahme einer weiteren Beziehung. So wird der Schmerz unterdrückt und kommt nicht weiter zum Vorschein…doch irgendwann…(das wissen die Psychologen besser als ich – Stichwort: „Schatten“).

Für denjenigen auf dem Weg ist diese Ablenkung keine Option. Nicht, weil er sie nicht gerne in Anspruch nehmen würde, sondern weil es so gefügt wurde, dass diese Option einfach nicht vorhanden ist. Ablenkungen und Verstreuungen funktionieren nicht mehr, man findet keinen neuen Partner, egal wie man es auch anstellt, ja selbst Drogen verlieren oftmals ihre Wirkung. Das ist natürlich der Inbegriff von Verzweiflung! Doch was steckt dahinter? Es ist ein physisches und emotionales (Neu)Erleben des uranfänglichen Schmerzes – nämlich der Trennung von Gott. Nur wer diesem Schmerz zutiefst ausgesetzt wird, ist bereit für die nächste Stufe. Es ist wie ein Feuerritual – das Holz sind die Emotionen, und keine Träne der Welt kann dieses Feuer löschen.

Und darin liegt auch die schlichte Antwort darauf, warum dieser Schmerz so tief sitzt und so intensiv erfahren wird. Nur wem diese Zusammenhänge klar sind, kann diesen Schmerz transformieren, hin zur Liebe zum „wahren Geliebten“. Dies ist äußerst wichtig und darüber wird fast nirgendwo gesprochen. Worüber gesprochen wird, sind Selbstverbesserungsmaßnahmen. „Wie verhalte ich mich am besten in der neuen Beziehung?“ oder „Wie erlange ich meinen Selbstwert und meine attraktive Ausstrahlung wieder zurück?“. Solche Sachen führen uns nur weiter in den Schmerz, da bei der nächsten Beziehung das gleiche Spiel von vorne beginnen wird, und darauf gibt es Brief und Siegel. Denn dadurch zeigen wir ja, dass wir immer noch nicht gewillt sind, tiefer zu blicken. Wir wollen immer noch nichts wissen von unserem „göttlichen Geliebten“ und wollen immer noch nicht zu uns Selbst zurückkehren, sondern suchen immer noch in der objekthaften Liebesbeziehung nach Antworten. Doch dort werden wir sie nicht finden.

Mein Vater sagt oft: „Zuerst das Brot, dann das Vergnügen“. Und auch wenn bei ihm keine „spirituelle Message“ dahinter steckt, wird Baboji zu tiefst inspiriert von solchen, oftmals leicht daher gesagten Weisheitssprüchen: Wir benötigen erst das Brot, das „himmlische Manna“. „Unser tägliches Brot gib uns heute“ beten wir im Vater-Unser Gebet. Doch dabei sollte es nicht um ein Körnerbrot von Aldi gehen, sondern um das „himmlische Brot“, die wahre Speise, die uns nur von Gott gegeben werden kann. Erst wenn wir ihm entgegenkommen (durch Überwindung und Transformation unseres Schmerzes), kommt er uns entgegen. Er versteckt sich nicht. Er ist immer da. Er wartet auf uns, und sobald wir den ersten Schritt machen, sogleich geht er uns zwei Schritte entgegen. Dies führt uns dann geradewegs in den Prozess der zur letztendlichen Verschmelzung führt, „…dann das Vergnügen“. DAS ist das wahre Vergnügen. Und wenn uns dies zuteil wird, so können wir mit Leichtigkeit auch weiter objekthafte Liebesbeziehungen gestalten…oder wir können es auch lassen. Vollkommen egal. Entweder ein Partner ist da, oder eben nicht. Wir laufen nicht mehr hinterher. Wir sind nicht mehr bedürftig. Wir haben unsere Lektion gelernt. Eine schmerzvolle Lektion. Doch frei nach Goethe ist dies „die Kraft die stets das Böse will, doch nur das Gute schafft“.

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Liebe ist von Gott geschenkt,

dass diese uns zu ihm bald lenkt.

Doch vorher muss die Träne fließen,

bevor wir uns ganz in Ihn ergießen.

Herzschmerz – bitter und süß zugleich

macht er uns letztendlich reich.

Gebrochenes Herz – heile nie

bleibe offen, damit Gott einzieht.“

-Baboji

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Beantwortung von Leserfragen

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Ich möchte mich mit diesem Beitrag zu einigen Fragen öffentlich äußern, die ich per E-Mail erhalten habe, da ich denke, dass solche Fragen auch bei anderen Lesern auftauchen könnten, die meine Bücher und die Beiträge dieses Blogs lesen. Falls es irgendwelche Verwirrungen geben sollte – man kann mich jederzeit anschreiben und ich habe bis jetzt auch noch jede Mail persönlich beantwortet, auch wenn es manchmal ein wenig dauern kann. Nun gut, also zu den Fragen:

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Du schreibst so viel von Einssein und Nondualität, dass ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, wie man dann über solche Themen wie Anti-Feminismus schreiben kann. Das ist ein Widerspruch, der auf Trennung basiert!?

Zu dieser Frage kann ich nur sagen, dass es kein Widerspruch ist. Wir leben hier in einer dualen Wirklichkeit, die auch so funktioniert, eben in Gegensätzen und Polaritäten. Diese Gegensätze sollten akzeptiert und angenommen werden, nicht verwässert werden. Ich schreibe über Nondualität. Dies unterscheidet sich aber von dem esoterischen „Alles ist Eins“ Konzept. Denn es bedeutet nicht, dass „alles gleich ist“ oder so gemacht werden sollte. Vielmehr sollten wir die Dualität sogar betonen und fördern, da wir so der Schöpfung in ihrem Ursprung unseren Respekt erweisen und ihre Gültigkeit akzeptieren. Wasser ist nicht Feuer, und Feuer auch nicht Wasser. Da auf energetischer Ebene, Mann und Frau diesen Elementen entsprechen, ist es unvernünftig, nach feministischer Doktrin, diese Unterschiede künstlich aushebeln zu wollen. Dies ist von vorn hinein zum Scheitern verurteilt. Darum vertrete ich einen „tantrischen Anti-Feminismus“, der sich dagegen verwehrt, und zurück zu den energetischen Urformen geht. Nur wenn diese Gegensätze ausgearbeitet und bestärkt werden, können sie zusammen kommen und verschmelzen, in einer höheren Ebene. Wenn sie jedoch gleichgemacht werden wollen, sie wird keine Verbindung stattfinden, da kein Plus und Minus Pol besteht, sondern irgendetwas diffuses dazwischen. So verbaut man sich selbst den Weg zu diesen höheren Ebenen. Und dies ist nicht mein Anliegen. Es ist aber das Anliegen des Feminismus, da in dieser „Philosophie“ keine spirituelle Ebene enthalten ist. Der Feminismus betont zwar die Gegensätze, will sich aber gleichzeitig von ihnen befreien. Dies funktioniert aber nicht, wenn man nur innerhalb der weltlichen und politischen Ebene wirkt und einem das Verständnis von den höheren Ebenen fehlt. Darauf weise ich hin. Das ist auch bestimmt kein „Männer Ding“, da ich von vielen Frauen in dieser Ansicht bestärkt werde, da sie das Gleiche fühlen, mitunter stärker als ich, da sie eben Frauen sind und dies intuitiv spüren, dass sie mit „feminisierten Männern“ nichts anfangen können. Dies lässt sich, nach tantrischem Verständnis, ganz leicht von den energetischen Qualität ableiten. Und dies ist mein Referenzrahmen.

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Kannst du mir sagen, was du nun eigentlich bist? Ich finde so viele Informationen vor, dass ich gar nicht weiß, ob du jetzt Buddhist, Tantriker, ein Satsang Lehrer oder ein Muslim/Sufi bist?

Nun, diese Verwirrung kann ich nachvollziehen, muss allerdings dazu sagen, dass es völlig unerheblich ist, „was ich bin“. Vordergründig ist Baboji ein Bewusstseinszustand, der sich mehrerer Sprachen und Konzepte bedient, um sich auszudrücken. Viele sehen darin ein Problem, da sie denken, dass sich viele Sachen einfach widersprechen, was sie vielleicht auch tun (oberflächlich betrachtet). Da ich aber weder einen Meister habe (außer Gott), noch eine feste Richtung repräsentiere oder Mitglied in irgendeiner Gemeinschaft bin, bin ich vollkommen frei, zu sagen, wie ich es sage, und welchen Referenzrahmen ich dafür wähle. Da mich viele Richtungen faszinieren und ansprechen, schreibe ich auch innerhalb dieser vielen Richtungen. Ich bediene mich ihrer, aber repräsentiere sie nicht. Dies ist eben der „mystische Weg“, der nicht ausgrenzend agiert, sondern integrieren möchte, ohne dabei die Eigenschaften zu verwässern, da er sie respektiert und akzeptiert. Für diejenigen, die noch kein mystisches Verständnis besitzen, kann diese Tatsache höchst verwirrend sein. Daher betone ich ja auch immer, dass ich nicht für „spirituelle Anfänger“ schreibe, da diese bei mir schlecht aufgehoben wären. Ich bin nicht dazu in der Lage, ihnen eine feste Richtung zu geben oder sie auf ein dogmatisches Fundament zu setzen. Ich komme erst später ins Spiel, wenn man von seinen spirituellen Erfahrungen enttäuscht wurde, oder merkt, dass irgendetwas auf dem Weg nicht stimmen kann. Diese Menschen können dann auch sehr gut meine Texte verstehen und sie auch fühlen. „Spirituelle Anfänger“ werden aber durch meine Texte nur verwirrt, da sie bei mir eben keine feste Richtung vorfinden, an der sie sich erst einmal orientieren könnten. Dies ist auch der pragmatische Grund, dass ich nicht klar aussage, „was ich bin“. Denn wenn ich etwa sagen würde, dass ich ein Zen Buddhist wäre, so käme ich gleichzeitig mit Zen Buddhisten in Konflikt, da ich über Gott schreibe und metaphysische Themen behandele. Ich würde also ständig Leute enttäuschen und verwirren, so dass ich „Anfängern“ immer nur raten kann, erst einmal einer bestimmten Richtung für ein paar Jahre zu folgen. Man sieht ja selbst, zu was es einen hinzieht. Und wenn man nicht zufrieden ist, dann kann man wechseln. Dies ist immer möglich. Wer daran Zweifel hat, sollte sich einfach mal mit dem Leben von Ramakrishna beschäftigen, dessen Schriften auch für Anfänger sehr geeignet sind.

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Was ist denn nun im „Kern“ Radikale Erleuchtung?

Der „Kern“ besteht darin, zu erkennen, dass es Erleuchtung gibt, aber keinen Erleuchteten. „Radikal“ bedeutet in dem Zusammenhang, dass man über das persönliche Stadium (eines Erleuchteten) hinausgeht, Harakiri betreibt, stirbt, bevor man stirbt, sich in Gott auflöst, zu Staub wird. Darum bedient sich Radikale Erleuchtung stets einer guten Portion Nihilismus, ohne dabei einen wirklichen Nihilismus zu vertreten, da das Fundament immer noch Gott/das Selbst/Sempiternal ist. Es geht hier nicht um die Anweisung, wie man zu einem Erleuchteten wird, sondern es wird beschrieben, was Erleuchtung ausmacht, und dass diese, wenn sie echt und authentisch ist, die Persönlichkeit und alles weitere negiert und sozusagen auslöscht. Daher wendet sich Radikale Erleuchtung gegen selbsternannte Gurus und Erleuchtete, da es eben durch diese Behauptung („Ich bin ein Erleuchteter“) evident ist, dass dort eben keine Erleuchtung stattgefunden hat. Das ist Radikale Erleuchtung.

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Du schreibst ja auch über die hinduistische Göttin Kali und dass du zu ihr eine Beziehung hast, bzw. sie anbetest. Ist dies aber nicht „Götzendienst“?

Ok, eine sehr gute und aufmerksame Frage. Wenn wir „Anbetung“ im gewöhnlichen Sinne verstehen, so hast du Recht, dann wäre dies „Götzendienst“. Aber im Baboji Kontext verhält es sich anders. Ich möchte es erklären: Kali stellt für mich eine „Wesenheit“ innerhalb des Bewusstseins dar. Man kann auch von einem „archetypischen Wesen“ sprechen. Kali bedient den Mythos der „schwarzen Erdmutter“, die grausam ist, aber dennoch gütig. Sie schenkt Leben und nimmt es wieder. Wohlgemerkt müssen wir hier aufpassen, da Sie nicht wirklich das Leben schenkt und es wieder nimmt, sondern dies kann nur der allmächtige Gott, der Erschaffer allen Lebens. Kali steht für die physische Weltgeburt, die Geburt und das Verlöschen innerhalb der Welt. So ist sie ein Werkzeug Gottes, von ihm abhängig, mit einer Aufgabe betreut. Kali kann man sich annähern, wenn man mehr über die Welt erfahren möchte, vor allem was es mit den destruktiven und zerstörerischen Aspekten innerhalb dieses Weltgefüges auf sich hat. Denjenigen, der sich ihr annähert (was bedeutet, dass man sich in den Mythos hineinbegibt) wird sie lehren, wie die Welt funktioniert und das Zerstörung ein unausweichliches Attribut dieser physischen Welt ist, sei es durch den Tod von geliebten Menschen, von Zerstörung der eigenen Gesundheit, dem Misslingen der selbst gestellten Lebensaufgabe und dem eigenen Tod. Daher ist Kali die Göttin der Zerstörung. Dies macht sie zu einem hohen Grade unattraktiv, sich näher mit ihr zu beschäftigen. Die Mutigen spüren jedoch ihre Anziehungskraft und wissen, dass sie notwendiges Wissen vermitteln kann, also nähern sie sich ihr. Dieses Wissen kann Kali schenken. Aber es ist kein Muss, sie in sein Leben zu holen. Auch mit der buddhistischen Meditation über die Leere und die Schau des Samsara kann man dieses Wissen erlangen. Zu guter Letzt steht es auch in allen heiligen Schriften, wie diese Welt gestaltet ist. Doch für mich persönlich war die Begegnung mit Kali einfach unausweichlich. Ob ich wollte oder nicht – ich musste ihr begegnen und sie in mein Leben integrieren. Doch ist es stets nur Gott/das Selbst, dem wirkliche Anbetung gebührt. Kali ist nur eine psychische Repräsentation von archetypischen Aspekten. Man kann sich dies vielleicht so vorstellen, wie man es auch in einem tantrischen Ritual machen würde: Man betet seinen Partner/seine Partnerin im Moment der Vereinigung als Gott/Göttin an. Dies bedeutet jedoch, dass die wirkliche Anbetung ja nicht der physischen Gestalt gewidmet ist, sondern dass man sie lediglich als Vehikel benutzt, um den unsichtbaren Gott anzubeten. So verhält es sich auch mit Kali. Einem echten Anhänger zeigt sie sich, nach Zeiten des Schreckens und der Furcht, als durchscheinend und hell. Dann verwandelt sie ihr Wesen und lässt Gott hindurchscheinen. Dann wird einem klar, dass man nicht Kali angebetet hat, sondern Gott. Darum kann es sicher vorkommen, dass der ein oder andere Kali Anhänger wirklich „Götzendienst“ verrichtet, indem er sie tatsächlich anbetet. Aber wenn es ein aufrichtiger Anhänger ist, dann wird sie sich ihm/ihr zu Erkennen geben und ihre Dunkelheit wird verwandelt in gleißendes Licht, das direkt und ohne Umwege zur Gottesschau führt.

Ist Jesus Gott?

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Diese Frage ist mit einem klaren „Nein“ zu beantworten.

Die Behauptung, dass Jesus Gott sei, ist eine Doktrin, die die Kirchenväter ausgerufen haben, allen voran der selbsternannte Apostel Paulus. Doch ist diese Lehre anhand der Aussagen von Jesus nicht wirklich haltbar, da er immer auf etwas Höheres verwies, eben seinen „Vater“. Dass diese Behauptung trotzdem bis heute gelehrt wird, liegt an der Raffinesse der christlichen Theologen. Diese sind natürlich nicht dumm und verstehen es, die Bibel dahingehend zurechtzurücken, dass ihre Behauptung sinnvoll erscheint, etwa wenn man die „Vorankündigung Jeremias“ mit ins Spiel holt.

Der Koran ist in die Welt gekommen, um dieses Missverständnis aus der Welt zu schaffen. Jesus war ein Prophet – kein Gott. Wer sich gegen diese Feststellung sträubt, der macht sich nur Selbst das Leben schwer, denn er wird das Wesen Gottes niemals erfassen können, dass sich nicht in der sichtbaren Welt (vollkommen) zeigt.

Um dies nicht nur mit dem „Koran Argument“ zu untermauern, können wir die Lehre des Advaita Vedanta dazunehmen, um dieses Problem näher zu beleuchten:

Gott/das Selbst ist ungeschaffen, ungebunden und verweilt in ewiger Freiheit und Glückseligkeit. Dies sind authentische und überlieferte Attribute Gottes. Wenn wir nun die Behauptung aufstellen, dass Jesus Gott SEI, dann können wir sie anhand der göttlichen Attribute widerlegen: Jesus war nicht ungeschaffen, sondern wurde geschaffen, zwar auf wundersame Weise, jedoch wurde er erschaffen. Jesus war nicht ungebunden, sondern er war gebunden, vor allem durch die Menschen, die seither gegen ihn waren. Auch musste er als kleines Kind umsorgt und behütet werden. Somit fallen auch die anderen Attribute weg, wie ewige Freiheit und Glückseligkeit, da Jesus nicht frei war und auch nicht in ständiger Glückseligkeit gelebt hatte – sehr oft war er betrübt und voller Sorge. Dies ist Punkt eins.

Punkt zwei der Widerlegung bedient sich der advaitischen Technik des neti-neti (nicht dies, nicht das), die darin besteht, alles Wahrgenommene, also Objekthafte, als „Nicht-Selbst“ („Nicht-Gott“) zu erkennen. Da Jesus sehr wohl ein „Objekt“ war, dass man wahrnehmen konnte, ist es nach vedischer Evidenz vollkommen schlüssig, dass Jesus nicht Gott war/ist – denn ein Objekt, etwas Erschaffenes kann nicht Gott sein. Das Bild, dass der Künstler malt, ist nicht der Künstler. Dies wird aber behauptet, indem man sagt, dass Jesus Gott sei. In jedem Bild steckt natürlich etwas Wesenhaftes vom Künstler. Darum kann man auch das Bild nicht vom Künstler trennen. Doch man kann diese beiden nicht gleichsetzen, da ihre Attribute nicht austauschbar, noch gleich sind.

Es ist also relativ einfach, diese Frage zufriedenstellend zu beantworten, wenn wir den Advaita Vedanta zur Hilfe nehmen. So wird es logisch schlüssig und man muss nicht unbedingt den Koran gegen die Bibel ausspielen. Zu diesem Themenkomplex gehört natürlich auch die „Dreifaltigkeit“, die auch widerlegt werden kann, da Gott nur Einer ist, und er sich, nach islamischer Auffassung, „keine Partner und Teilhaber nimmt“. Auch „wurde er nicht gezeugt und zeugt nicht“. Daher ist die Symbolik von „Vater und Sohn“ auch eben nur symbolisch zu verstehen. Denn es ist auch hier wiederum klar, selbst ganz pragmatisch betrachtet, dass ein Vater nicht gleichzeitig der Sohn sein kann. Man kann in dem Sohn eine Widerspiegelung des Vaters sehen, etwa an seinen Augen oder an seinem urtümlichen Verhaltens, welches dem des Vaters gleicht. Doch ist der Sohn nicht der Vater, war es nie, und kann es auch in Zukunft niemals sein. Selbst in der „himmlischen Schau“ sitzt Jesus zur Rechten von Gott. Selbst hier besteht also noch der Unterschied. Somit ist die Aussage, dass Jesus Gott sei, vollkommen unhaltbar.

Darum sollte Jesus, als solcher anerkannt und geehrt werden, der er in Wirklichkeit war: Ein Prophet Gottes, ein Überbringer der frohen Botschaft und ein vollkommener Diener Gottes. Wenn wir ihn so erkennen, ist es uns auch möglich, ihn als Vorbild für uns selbst zu nehmen. Wäre Jesus=Gott, wäre uns dies völlig verwehrt, da wir so ganz automatisch die Attribute Gottes und die Attribute Jesus durcheinander bringen würden – und das ist ja auch passiert, so dass es unzählige Debatten über dieses Thema gibt. Und diese Debatten werden auch in Zukunft kein Ende finden, wenn man sich nicht die Mühe macht, die jeweiligen Attribute klar zu betrachten und dementsprechend zu untersuchen. Nur so vermeiden wir Verwirrung und Streit, in unserem Inneren, wie auch im Äußeren.